BBK Aachen/Euregio e.V., "offene Aachener Künstlerateliers", Mai 2015

 

"Hatte man erst mal die Sperre der vierbeinigen Türwächtermeute passiert, dann warteten die Bilder und Skulpturen im Wohnbereich und Atelier auf den Betrachter.

Der erste positive Eindruck: hier bettelt nichts mit marktschreierischen Farben und Formen um Aufmerksamkeit. Im Gegenteil: nur zwei, drei Farben, bei den Drucken manchmal eine dritte, inhaltlich abstrakte Figuren, Formen oder Zeichen.

Und doch haben die Werke von Ingo Veltum ihren besonderen Reiz, wollen betrachtet werden und erforscht werden. Warum?

Da sind zunächst diese Oberflächen, reliefartig, spröde, gesprungen oder gefurcht, mit einer Patina aus rostigem Eisen oder matt schimmerndem Grünspan überzogen. Bei einem anderen Werk scheint die Farbe aus dunkel schimmerndem Lapislazulistein zu bestehen, daneben eine Farbe zwischen Kohle und Graphit.

Zentral im Bild sind die abstrakten Figuren oder Formen eingebettet, klar abgegrenzt, oft vertieft, trotzdem eingebunden in die Umgebung durch dieselbe Farb- und Oberflächengestaltung, der Farbkontrast zwischen Figur und Hintergrund ist harmonisiert.

Dieselbe Oberflächenbehandlung findet sich bei Ingo Veltums Skulpturen. Sie bleiben trotz ihrer Dreidimensionalität in der optischen Wirkung mehr flächig, strahlenaber dieselbe Wirkung aus wie die Bilder.

Form und Oberflächen haben auf den Betrachter eine Wirkung, als stünde er vor einem uralten Werk, im Moment konserviert durch die Zeit und von Ingo Veltum vorsichtig wie ein Archäologe frisch aus der Grube Messel oder der Tiefe des Meeres geborgen. Man möchte über die Oberfläche streichen, die Patina mit den Augen nach Spuren der Vergangenheit absuchen und sich einfach an dem Vorhandensein der Kostbarkeiten erfreuen.

Und so lohnt sich ein Atelierbesuch bei Ingo Veltum für jeden Forschenden."

Giesela Stotzka, Künstlerin

 

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